Vorträge | Jahrbuch 2002
Begegnung zwischen Neuländern und Mennos 1947/48
Dr. Jakob Warkentin
(1)
Einleitung
Ende der vierziger Jahre fand im zentralen Chaco eine merkwürdige Begegnung statt: Gutmütige, einfache und
konservativ gesinnte Bewohner der Kolonie Menno wurden vor die Aufgabe gestellt, ihre mennonitischen Brüder und Schwestern
aus Russland, von denen sie sich vor etwa einhundert Jahren getrennt hatten, für mehrere Monate in ihre Heime
aufzunehmen. Schlichte Landbewohner mussten nun Flüchtlinge beherbergen, die in der Sowjetunion in Kolchosen gearbeitet und viel
Leid durch Flucht und Familientrennung erfahren hatten. Sie, die in der Tradition ihrer Vorfahren aufgewachsen waren, stets
in abgeschiedenen mennonitischen Siedlungen gemäß ihres Glaubens und ihrer Weltanschauung gelebt hatten, mussten sich
nun mit Menschen auseinandersetzen, die zwar auch Plattdeutsch sprachen, die aber in Russland die Revolution sowie
Verfolgung und Enteignung erlebt hatten und durch den Zweiten Weltkrieg und die Flucht verunsichert und entwurzelt worden waren.
Wie sollte und konnte das geschehen?
Um darauf eine Antwort zu finden, habe ich zunächst einmal die Protokolle des Chortitzer Komitees befragt, dann
mehrere Interviews in Menno und Neuland durchgeführt und schließlich die eigenen Erfahrungen zu Rate gezogen. Die Interviews
sind nicht repräsentativ, sind aber interessante Mosaiksteinchen, die für das Gesamtbild einen nützlichen Beitrag leisten.
Vorbereitung zur Aufnahme der Flüchtlinge
Die Protokolle des Chortitzer Komitees lassen erkennen, wie sich die Verwaltung und die Bürger der Kolonie Menno auf
die Aufnahme der Flüchtlinge vorbereiteten. Mit Flüchtlingen" bezeichnete man die mennonitischen Immigranten, die nach
dem Zweiten Weltkrieg aus Russland geflohen waren und dann ihren Weg über Polen und Deutschland nach Paraguay
gefunden hatten. Die Bewohner von Menno wurden von den Bewohnern in Fernheim Kanadier" oder Strohhüte" genannt, während
die Fernheimer bei den Mennos als Russen" oder Mützen" bekannt waren.
Am 19. August 1946 beschloss das Chortitzer Komitee im Beisein des Lehrdienstes, d.h. der Predigerschaft, auf einer
Sitzung, dass die Dorfsbewohner in Verbindung mit dem Lehrdienst entscheiden sollten, wer wie viele Flüchtlinge aufnehmen und
für einige Zeit beköstigen
könnte.
(2)
Im Laufe der Zeit wurde ein Flüchtlingskomitee gegründet und in jedem Dorf ein Bürger zum Flüchtlingsaufseher ernannt, der
für die im Zusammenhang mit den Flüchtlingen aufkommenden Fragen zuständig sein sollte.
Am 6. März 1946 beschloss das Flüchtlingskomitee zusammen mit den Dorfsaufsehern im Beisein des Vorsitzenden des
Chortitzer Komitees, dass die Flüchtlinge in der Kolonie Menno gut behandelt werden und die bis dahin angenommenen
Verordnungen von beiden Seiten eingehalten werden sollten. Wörtlich heißt es im Protokoll dann so:
Jedes Dorf soll seine betreffenden Flüchtlinge selbst von der Bahn abholen. Es soll auch mit Federwagen
gefahren werden von etlichen, um schwächliche Personen zu laden. Auch soll jeder Fuhrmann Plane mitnehmen. Die
Besorgung der Nahrung für die Fahrt von der Bahn in die Kolonie ist Dorfsangelegenheit. Auch soll für die Fahrt auf jede
Person 3 Liter gekochtes Wasser vorhanden sein. Bestimmt wurde, dass nicht mehr als 4 Personen pro Wagen geladen
werden sollten."(3)
Es ist erstaunlich, wie fürsorglich und vorsichtig die Mennos bei der ersten Begegnung mit den Flüchtlingen vorgingen.
Sie sorgten für keimfreies Wasser, um Magenverstimmungen vorzubeugen, wiesen zudem darauf hin, dass keine
gleichgültigen Personen" die Flüchtlinge abholen sollten. Dann einigte man sich auch darauf, diskret herauszufinden, ob die Einwanderer
von Ungeziefer frei seien oder nicht.
Am 25. September 1947 fasste das Flüchtlingskomitee mit den Vertretern aus den Dörfern Beschlüsse, die den
zukünftigen Neuländern das Einleben in der neuen Umwelt erleichtern könnten. So sollten die Bürger der Kolonie Menno den
Flüchtlingen beim Ansiedeln helfen, ihnen zahmes Vieh im Tausch gegen wilde Ochsen und Kühe, die Casado den Einwanderern zur
Verfügung stellen wollte, geben, die zur Zeit nicht gebrauchten Pflüge und Kultivatoren ihnen leihweise zur Verfügung stellen
und ihnen zeigen, wie man Sielen für Ochsen und Pferde anfertigte, Fenster- und Türrahmen herstellte und Mandiokastangen
zum Pflanzen vorbereitete.
(4) Der Vorschlag zum Viehtausch wurde später jedoch vom Chortitzer Komitee dahingehend
abgewandelt, dass die Mennos den Neuländern für fünf Jahre einige zahme Kühe leihweise zur Verfügung stellen sollten, die dann nach
dieser Zeit Kuh gegen Kuh wieder zurückzugeben
seien.
(5)
Erlebnisse der Neuländer in der Kolonie Menno
Die zukünftigen Neuländer Bürger hatten bereits in Deutschland und auf der langen Reise bis Paraguay viel Negatives über
den Chaco gehört, so dass sie voller Sorge herkamen. Der spätere Oberschulze Peter Derksen hat seine Gefühle bei der Ankunft
auf der Endstation später zu Papier gebracht. Er bezieht sich zwar direkt auf die Fernheimer, was aber in diesem Fall auch auf
die Mennos hätte zutreffen können. Er schreibt:
Was uns sehr angenehm beeindruckte und überraschte, als wir die Endstation Km 145 erreicht hatten, waren
die schönen Pferdefuhrwerke, die hier auf uns warteten, um uns nach Fernheim abzuholen. Es war eine Lust,
Pferde, Pferdegeschirre und Wagen zu sehen. Dann dampfte uns der gutriechende Bortschtsch entgegen, den man in
großen Kesseln schon fertig gekocht hatte. Schließlich waren es die dicken Onkels, der damalige Oberschulze, der
Schriftleiter des `Mennoblatts' und der Krankenhausverwalter von Filadelfia, die gekommen waren, uns zu begrüßen. Sie
sagten uns durch ihre Erscheinung mehr als viele schöne Worte: Wenn es im Chaco auch so dicke Leute gibt, dann
werden wohl auch wir dort nicht zu verhungern
brauchen."(6)
Derksen hat dann später die Erfahrung gemacht, dass sowohl die Fernheimer als auch die Mennos den Neuländern in
vieler Hinsicht geholfen haben. Sie holten sie nicht nur mit eigenen Fahrzeugen von der Endstation ab, sondern nahmen sie
für mehrere Monate in ihren Häusern auf, verpflegten sie teilweise gratis und gaben ihnen praktische Ratschläge für das Leben
in einer für die Einwanderer völlig neuen Umwelt. Eine besondere Hilfe bedeutete der Häuserbau in der neuen Siedlung:
Ein großer Anteil der Hilfeleistungen von den Kolonien Fernheim und Menno war der Hausbau für die
alleinstehenden Frauen aus der Siedlergruppe des ersten Volendamtransportes. Diese Gruppe bestand aus 264 Familien,
davon waren 154 Familien ohne männlichen Familienvorstand und von den 154 Familien wiederum 94 Familien ohne
männliche Hilfe von 16 Jahren und darüber. Es wurden von den Kolonien Menno und Fernheim zusammen 94 Häuser im
Rohbau aufgeführt. Davon etwa zwei Drittel von der Kolonie Menno und ein Drittel von der Kolonie Fernheim (Die
Häuser waren durchschnittlich 6 bis 7 m lang und 3,5 bis 4 m breit, auf einer Seite hatten sie ein Schattendach und waren
mit Schilf gedeckt. In den meisten Fällen versah man sie mit Türen und
Läden)."(7)
In Reinland hatten die Dorfbewohner ein Haus für 10 Familien gebaut, damit die Flüchtlinge nicht bei den einzelnen
Bauern wohnen mussten. Das hatte praktische Vorteile, sowohl für die Flüchtlinge als auch für die Dorfsbewohner, denn auf diese
Weise konnten die Einwanderer abends zusammen sitzen und singen, was wieder die Dorfsjugend anlockte, denn diese kannte
bis dahin nicht den mehrstimmigen Gesang. Die Dorfsbewohner wiederum waren räumlich in ihren Häusern nicht so beengt
und hatten zum Teil ein Privatleben mit ihren Familien. Das Verhältnis zwischen den Reinländern und den Flüchtlingen war sehr
gut, das konnte man von den Beteiligten immer wieder hören. So berichtet eine Mutter von zwei Kindern über ihre
Erlebnisse Folgendes:
Tagsüber verteilten wir uns ...auf die einzelnen Höfe des Dorfes zur Arbeit, auch die Kinder konnten schon ein
wenig mithelfen. Meine erste Arbeit war Mandioka hacken. Später gab's verschiedene Arbeiten im Haushalt und Feld.
Nur Mutter, die kränklich und schwach war, blieb im Hause. Sie wurde dort mit Essen versorgt, wir anderen aßen bei
unseren Wirtsleuten. Zur Mittagspause und nach dem Abenbrot kehrten wir in `unser' Haus zurück....
Als erst Weihnachten da war, wurden wir sogar beschenkt. Ich wurde mit einem Küchenschrank überrascht, den
der Wirt ganz im geheimen für mich gemacht hatte. Dieser Schrank war, als wir schon auf dem Kamp wohnten, lange Zeit
die einzige Stelle, in die der Staub nicht eindringen
konnte...."(8)
Familien, in denen keine erwachsene männliche Person vorhanden war, wurde ein Häuschen auf dem Siedlungsgelände
errichtet. Darüber berichtet eine damals 17-jährige junge Frau:
Unsere Wirtsleute aus Menno brachten uns samt Baumaterial, Dachbalken, Sparren und Latten auf den Kamp, wo
wir siedeln wollten. Am Ziel angekommen, nahmen wir gleich die Spaten und machten uns daran, das hohe
Bittergras auszustechen, um uns Platz für einen vorläufigen Unterschlupf zu schaffen. Wir holten Äste aus dem Busch,
stellten sie in einem kleinen Viereck zu einer Art Hütte zusammen und deckten die ausgestochenen Grasbüschel darüber.
Das war unser erstes eigenes `Haus' im Chaco. In etwa einer Woche hatten aber die Mennoleute das Baugerüst mit Dach
für unser zukünftiges Haus aufgestellt. Mit der weiteren Arbeit blieben wir dann
allein."(9)
Was beeindruckte nun die jungen Menschen unter den Flüchtlingen, als sie nach Menno kamen?
Ein 17-jähriger junger Mann war beeindruckt von der Einfachheit und Schlichtheit der Mennobürger und besonders von
deren Gastfreundschaft. Die einförmige Kleidung fiel ihm nicht besonders auf, da die Menschen in der Sowjetunion auch
einheitliche Kleidung getragen hatten. Weniger gefiel ihm der eintönige Gesang und der traditionelle Gottesdienst. Durch die
praktische Arbeit konnte er aber viel lernen, so z.B. Brunnen graben und Ochsen einfahren, alles Tätigkeiten, die er später auf dem
Kamp gut anwenden konnte.
(10)
Eine 23-jährige junge Frau machte einige besondere Erfahrungen in der Begegnung mit den Mennos. Beeindruckend war für
die Flüchtlinge immer wieder, dass in den Familien in Menno auch der Vater zugegen war, denn viele Flüchtlingskinder hatten
ihren Vater in Russland oder im Krieg verloren. Väter arbeiteten nicht nur auf dem Feld, sondern halfen teilweise auch den Frauen
in der Familie. So bürstete beispielsweise ein Vater am Sonnabend die Kinder beim Baden gründlich ab, während die Mutter
die Kinder abtrocknete. War der Vater in dieser Hinsicht vielleicht modern, so bestand er aber, was die Kleidung betraf, auf
die konservativen Grundsätze. Als die zukünftige Neuländerin einmal dessen Anzughose gebügelt hatte, war der Mann
sehr aufgeregt und weigerte sich, die Hose mit einer Bügelfalte am Sonntag anzuziehen. Er zog die Hose erst wieder an, nachdem
die Bügelfalte verschwunden war.
Eine andere Erfahrung überraschte sie noch mehr. Als sie einmal beobachtete, wie die Mennos, die nach Südmenno
umzogen, mit allen Sachen zum neuen Wohnort gefahren wurden, platzte sie im Blick auf die eigene Sitaution mit der Bemerkung
heraus: So ist das, diese Umsiedler werden mit allen Sachen zum Bestimmungsort gebracht und uns will unser Wirt, der uns
100% ausgenutzt hat, nicht einmal auf unser Siedlungsland fahren." Der Wirt, der zu dieser Zeit nicht anwesend war, hörte später
diese Beschuldigung und forderte die junge Frau auf, mit ihm zur Straße zu gehen, um dort die Sache zu besprechen. Nun bekam
sie es mit der Angst zu tun, denn sie wusste nicht, was der Wirt mit ihr vorhatte. Vorsorglich sagte sie zu ihrem Verlobten, der in
der Nähe war, dass er ihr unbedingt zu Hilfe kommen sollte, wenn der Wirt sie schlagen wollte. Der Wirt reagierte aber völlig
anders, als sie erwartet hatte. Er fragte sie, ob sie die obige Aussage gemacht hätte. Sie sagte: Ja, das habe ich gesagt." Darauf
sagte der Wirt: Reiche mir die Hand, jetzt sind wir Freunde bis an unser Lebensende." So hoch schätzte er es ein, dass die junge
Frau bei der Wahrheit geblieben war.
Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit standen damals bei den Mennos sehr hoch im Kurs. Das bestätigt auch ein damals
21-jähriger junger Neuländer, der die Mennos als arglose, grundehrliche und hilfbereite
Menschen"
(11) kennen lernte. So hatte er
beispielsweise beim Einkauf folgende Erfahrung gemacht. Er und sein Bruder wollten in Sommerfeld im Geschäft einen Strick kaufen.
Der Verkäufer sagte zu ihnen, sie sollten sich den Strick selber abmessen und abschneiden. Nachgemessen wurde nicht, als sie
ihn zu bezahlen hatten. Das war blind trusting", so sein Kommentar nach vielen
Jahren.
(12).
Ein anderer 24-jähriger junger Neuländer, der als Soldat und Arbeiter in der Kohlengrube seine Erfahrungen in Europa
gemacht hatte, wollte nun auch im Chaco vieles erleben und vor allem lernen. So lernte er Baumwolle pflücken, Kafir schneiden
und bewunderte vor allem die gehorsamen Pferde seines Wirts. Ihm fiel zwar auf, dass die Mädchen Kleider hatten, die von
den Füßen bis zum Hals reichten, genoss aber an den Abenden das fröhliche Beisammensein mit den Jugendlichen aus
Menno. Dabei spielten einige Jugendliche Mundharmonika oder Gitarre, während die anderen sich fröhlich beim Tanz drehten. Da er
ein guter Tänzer war, machte er begeistert mit. Erst später merkte er, dass die Ohms der Gemeinde diese Vergnügungen
nicht wünschten. Andererseits nahm er aber auch an Versammlungen teil, bei denen ernsthaft über die Bibel gesprochen wurde.
Die Mennos waren in seinen Augen ganz anders als die Menschen in Deutschland, aber als rückständig hat er sie nicht
empfunden.
(13)
Eine 17-jährige Neuländerin konnte in Menno sogar einen Teil ihres Lebenstraumes verwirklichen. Da sie schon immer
gerne gelernt hatte, wollte sie Lehrerin werden. Das Leben auf der Flucht erlaubte ihr aber nur eine vielfach unterbrochene
Allgemeinbildung. Da sie gerne mit Kindern umging und diesen Geschichten erzählte, wurde sie von der Schwägerin ihres Wirts
gebeten, ihre Kinder zu unterrichten. Diesen genügte der damalige Schulunterricht, der aus den Klassenstufen
Fibla, Katechisma, Testamentla und
Bibla bestand, nicht. So führte sie eine kleine Privatschule, in der anfangs in Bergtal und später in
Schönwiese Unterricht abgehalten wurde. Sie begann ihren Unterricht mit zwei Kindern, später kamen die Kinder anderer Familien hinzu,
so dass sie schließlich eine Schülerzahl von 10 Kindern hatte. Aus Fernheim hatte sie sich das entsprechende
Unterrichtsmaterial besorgt, so dass der Unterricht wie in einer normalen Primarschule erteilt werden konnte. Zusätzlich lehrte sie die Kinder
jedoch auch noch den Katechismus. Das war ein Zugeständnis an das Schulsystem in Menno.
Insgesamt hat sie auf diese Weise vier Jahre in Menno unterrichtet, und zwar in den Monaten April bis September. Während
der übrigen Zeit war sie in Neuland, wo sie zusammen mit ihrer Mutter eine eigene Wirtschaft hatte. Entschädigt wurde sie für
ihre Schularbeit mit Geld oder Materialien. So bekam sie im ersten Jahr sinnigerweise ein Pferd geschenkt, damit sie zum
Schulanfang die weite Anfahrt von Neuland nach Menno machen konnte. Später hat sie dann noch drei Jahre in Neuland und ein Jahr auf
der Leprastation als Lehrerin gearbeitet.
Auf diese Weise ging der Lebenstraum der jungen Neuländerin, Lehrerin zu sein, teilweise in Erfüllung und zugleich wurde
sie eine Pionierlehrerin in der Kolonie Menno. Das war zu der damaligen Zeit durchaus revolutionär, denn damals gab es in
Menno keine Lehrerinnen, sondern nur Lehrer und auch keinen modernen Schulunterricht. Auffallend ist, dass das in der damaligen
Zeit möglich war. Die Lehrerin erhielt zwar einmal Besuch von den
Ohms in der Schule, wobei diese sich ihren Unterricht
anschauten, aber ihr gegenüber keine Kritik
äußerten.
(14)
Die kleineren Kinder der Neuländer machten in Menno ihre eigenen Erfahrungen. So berichtet ein damals 9-jähriges
Mädchen über ihre Eindrücke und Erfahrungen Folgendes:
In Deutschland war sie in der 3. Klasse gewesen, nun wurde sie in Menno der Gruppe der
Testamentla zugefügt. Alle Schulstufen waren in einem Raum beisammen. Wurde in der Schule gelernt, so wurde an den Werktagen hart gearbeitet. Dabei
mussten die Kinder mithelfen. Das erfuhr sie an ihrem 10. Geburtstag auf schmerzliche Weise. Vormittags hatte sie frei gehabt,
aber nachmittags musste sie Bohnen pflücken, denn es drohte zu regnen, und die Bohnen sollten unbedingt noch vor dem
Regen gepflückt werden.
Was sie aber besonders beeindruckte war, dass in Menno alles so geordnet war. Die Dörfer waren alle in Ost-West oder in
Nord-Südrichtung angelegt, die Höfe standen voller Paraisobäume, die Familien waren groß und hatten auch einen Vater in der
Familie, die Häuser waren ordentlich und gepflegt. Das alles war für ein Flüchtlingskind, das den Vater verloren und Vertreibung
und Krieg miterlebt hatte, nicht selbstverständlich.
Gepielt wurde in der Freizeit zwar auch, aber Spielzeuge waren weitgehend unbekannt. Man spielte Verstecken, Fangen u.a.m.
Sie half der Wirtin auch mit den Kindern, während ihr Bruder dem Wirt beim Vieh und mit den Pferden half. In der Mittagszeit
lernte er beim Wirt in der Scheune, wie man einfache Möbelstücke an der Hobelbank anfertigen konnte. Das waren praktische
Tätigkeiten, die bei der Ansiedlung auf dem Kamp von Nutzen
waren.
(15)
Nun will ich selber etwas aus der Perspektive eines neunjährigen Jungen über die Begegnung mit den sogenannten
Mennoleuten berichten.
(16) Das Wichtigste für uns Kinder, als wir in Reinland von
Ohm Peta und
Sauntjemum aufgenommen wurde,
war, dass wir jetzt keine Angst mehr zu haben brauchten. Flucht und Krieg hatten ein Ende gefunden. Nun galt es, sich in der
neuen Heimat zurechtzufinden.
Auf dem Land gab es viel zu lernen. Wir lernten, wie man Mandioka und Süßkartoffel pflanzt, wie man Erdnüsse und
Baumwolle erntet und vor allem wie man die Felder von Unkraut frei hält. Ich selber half beim Taubenhüten, meistens auf dem Rücken
des alten Piet, von wo aus ich eines Tages zusammen mit dem Schaffell eine schnelle Bodenlandung machte. Wir genossen
den Obstgarten, das Essen und das freie Leben.
Da meine Schwester und ich noch jung genug waren, durften wir auch die Schule besuchen. Meine Schwester war
Bibla und ich Testamentla. Hier lernte ich die gotische Schrift, das schriftliche Dividieren und die Schulregeln, die so beginnen: Wenn du
des Morgens früh aufstehst, so danke Gott und sei zufrieden... Das endete dann mit den folgenden Rechenoperationen: 10 mal 10
ist 100, 100 mal 100 ist 10 000, Tausend mal Tausend ist eine Million. Dann setzten wir uns alle schwungvoll in die Schulbänke.
Mein Lehrer war Johann B. Giesbrecht, der eine wunderschöne Handschrift hatte, die ich sehr bewunderte. Überhaupt hatten
die Giesbrechts sehr geschickte Hände. Ohm
Peta konnte nach meiner Vorstellung alles machen: Bettgestelle, Fenster und
Türen, Küchenschränke und Wagenräder. Alles, was mit Holz und Eisen zusammenhing, das wurde mit seinen geschickten
Händen schnell in die gewünschte Form gebracht.
Nur - ein Bauer war Ohm Peta nicht, diese Arbeit mussten größtenteils die Töchter verrichten. Pferde hatte er daher auch
nicht so schöne wie die Nachbarn. Kurzum, diese Erfahrung und die kümmerlichen bäuerlichen Anfänge auf dem Kamp, zusammen
mit meiner Schwester, meiner Mutter und meiner Grossmutter haben gewiss dazu beigetragen, dass ich selber keine
Neigung verspürte Bauer zu werden. So wurde ich Lehrer und habe alle Gelegenheiten genutzt, um mich weiterzubilden.
Die Schattenbäume und die Obstbäume hatten es mir angetan. Manchmal dachte ich, wenn jetzt die russischen Soldaten
kämen, würde ich mich in einem dichten Apfelsinenbaum verstecken. Kriegserlebnisse kann ein Kind nicht so schnell vergessen.
Mir gefiel auch die Zisterne, die nach oben abgerundet war. Wenn ich abends die Füße gewaschen hatte, brauchte ich
keinen Fußlappen. Ein paar Schritte auf der Zisterne trockneten die Füße sehr schnell. An diese Sisterne habe ich in Neuland noch
lange zurückgedacht, als wir in Gnadental unser Trinkwasser in einem Fass herbeiholen mussten. Wenn ich an die Zisterne, an
die Schattenbäume und an die Obstbäume dachte, dann konnte ich es nicht verstehen, wie Peter B. Giesbrechts Ende der
vierziger Jahre Reinland verlassen konnten, um in Südmenno neu anzufangen. Abends saßen Groß und Klein oft vor dem
Flüchtlingshaus. Da wurde erzählt und vor allem viel gesungen, einstimmig und mehrstimmig, geistliche und weltliche Lieder.
Ein besonderes Fest fand an Weihnachten oder an besonderen Sonntagen statt, wenn alle Verwandten und auch wir bei
Abram Giesbrechts, Großmaume en
Großpaupe, zusammenkamen. Da wurde nach Herzenslust gespielt und gegessen. Und
Geschenke gab es, das war für uns immer etwas Besonderes.
Giesbrechts hatten uns, als wir auf den Kamp zogen, für den Anfang mit dem Nötigsten ausgestattet. Die Kuh,
Nietel mit Namen, gab uns die eigene Milch und der Hund
Ali fing die ersten Füchse, die unsere Hühner stehlen wollten. Wenn wir später
einmal Giesbrechts in Reinland besuchten, fuhren wir wie nach Hause. Meistens fuhren wir dann reich beschenkt nach Neuland
zurück. Einmal wollten wir gerade vom Hof fahren, da kam
Sauntjemum angelaufen, maß mit der Hand schnell meinen Oberkörper,
lief zurück an die Nähmaschine und brachte mir nach wenigen Minuten ein Hemd, das sie in der Schnelle zusammengenäht
hatte. Was uns aber am meisten freute, war das Obst im Garten, denn in den ersten Jahren auf dem Kamp haben wir unter dem
Mangel an Obst und Gemüse sehr gelitten.
Die Begegnung der Mennos mit den Neuländern
Als die Mennos die Flüchtlinge von der Endstation abholen wollten, mussten sie dort lange warten. Casado, der Eigentümer
der Eisenbahn, ließ ein paar Ochsen schlachten, damit alle genug zu essen hatten. Ein 27-jähriger Bauer aus Bergfeld holte eine
alte Frau sowie eine jüngere Frau mit drei kleinen Kindern ab und brachte sie in sein Haus. Er war jung verheiratet, und sie
hatten wenig Platz im Haus, dennoch waren sie bereit, den Flüchtlingen Aufnahme zu gewähren. Die Flüchtlinge waren arm
und deswegen störten sie sich auch nicht an der Armut der jungen Familie, denn sie waren froh, überhaupt mit dem Leben
davongekommen zu sein. Die Fernheimer waren ja nicht so arm und ausgehungert in den Chaco gekommen, sie hatten mehr Bildung
als die Mennos und fühlten sich diesen gegenüber auch
überlegen.
(17)
Ein 21-jähriger junger Mann aus Waldheim sollte ebenfalls Flüchtlinge von der Endstation abholen. Sein Vater hatte ihm
gesagt, er könne jeden mitbringen, ganz gleich, ob die Männer Haare unter der Nase hätten oder die Frauen auffällige Kleider trugen.
Die Flüchtlinge machten auf ihn von Anfang an einen guten Eindruck, denn sie waren recht freundlich. Für ihn war der Kontakt
mit moderner eingestellten Menschen ohnehin kein Problem, denn er kam aus einem Dorf und aus einer Familie, wo man
fortschrittlich gesonnen war. Mit den Neuländern verstand er sich dennoch besser als mit den Fernheimern, denn diese gebrauchten
bei der Anrede das förmliche Sie" anstelle des vertrauteren
Du".
(18)
Für ein 14-jähriges Mädchen in Reinland war die Begegnung mit den Neuländern eine interessante Abwechslung.
Gespannt lauschte sie den Berichten der Flüchtlinge, wenn diese von Russland, von der Flucht und vom Krieg erzählten. Als eine
Frau wieder einmal von den erfahrenen Ungerechtigkeiten und Schikanen sprach, meldete sie sich zu Wort und machte
Vorschläge, wie sie den Missetätern mutig entgegen getreten wäre. Sehr bald aber sah sie ein, dass man gegen brutale Gewalt als
Mädchen oder Frau wenig hätte ausrichten können.
Mit den Flüchtlingen hatten sie überraschenderweise sehr gute Erfahrungen. Bevor die ersten Neueinwanderer ins Dorf
kamen, hatten manche Bürger Befürchtungen in Umlauf gesetzt, die nicht allzu Gutes erwarten ließen. Es hieß, die Flüchtlinge seien
stolz und verlebt". Besonders vor den Frauen fürchtete man sich, denn diese hatten so viel auf der Flucht und im Krieg erlebt,
so dass sie sich vermutlich schwerlich problemlos in das Familienleben würden einfügen können. Die Erfahrung zeigte dann
später, dass das genaue Gegenteil eintrat. Man konnte von diesen Frauen viel lernen, sowohl was Lebenserfahrung als auch
das christliche Leben betraf.
Neugierig wie sie war, versuchte sie als junges Mädchen es den Flüchtlingen gleich zu tun. Wenn ihre Eltern einmal
verreist waren, trat sie vor den Spiegel, verkürzte ihren Rock und ging so zu den gleichaltrigen Flüchtlingsmädchen. Nachher trennte
sie die Naht wieder auf, so dass die Eltern nichts von ihren Modernisierungsversuchen merkten. Diese erkannten es vielmehr an,
als die Flüchtlingsfrau, die bei ihnen wohnte und
Mumtje genannt wurde, ihr von der MCC-Kleiderspende erhaltenes kurzes
Kleid durch einen angenähten Stoffstreifen auf die in Menno übliche Kleiderlänge brachte.
Die Mennos haben von den Neuländern viel gelernt, so ihr Kommentar nach vielen Jahren. Das enge Zusammenleben mit
ihnen habe auch das bessere Zusammenleben mit den Fernheimern ermöglicht. So sei es heute nichts Besonderes mehr, dass
ihre beiden Söhne Fernheimer Mädchen geheiratet
hätten.
(19)
Einen damals 22-jährigen jungen Mann aus Menno gefiel von Anfang an der mehrstimmige Gesang der Neuländer. Er war
von den Flüchtlingen angenehem überrascht worden, denn sie waren ganz anders, als sie sich diese vorgestellt hatten. Er kam
mit ihnen sehr gut aus und lernte auch deren Kinder kennen, da diese die Schule besuchten, in der er zeitweilig als Lehrer
angestellt war. Besonders gefiel ihm, dass die Neuländer nicht stolz waren und sich ihnen gegenüber nicht überlegen fühlten. Von
den Fernheimern wurden sie damals als niedriger stehend angesehen. Das habe den ungezwungenen Umgang mit ihnen
erschwert. Mit den Neuländern hingegen hätten sie sich gleich verbunden
gefühlt.
(20)
Beurteilung der Begegnung zwischen den Mennos und den Neuländern
Ich will nun einige Überlegungen anstellen, um zu zeigen, welche Bedeutung die oben beschriebene Begegnung zwischen
den Neuländern und Mennos für das spätere Zusammenleben der Mennoniten im Chaco gehabt hat.
Die Begegnung zwischen den einfachen, konservativen, aber sehr hilfsbereiten Mennoleuten mit den entwurzelten und in
vieler Hinsicht desorientierten und desillusionierten Neuländern war ein Lernprozess, aus dem beide Seiten nicht unverändert
auseinandergingen. Die Neuländer hatten erfahren, dass es in dieser Welt noch Menschen gibt, die friedlich miteinander umgehen,
an Gott glauben und bei Bedarf einander helfen. Die Mennos hatten gesehen, dass Menschen, die moderne Kleider tragen, sich
die Haare krausen und mehrstimmig singen im Grunde genommen doch mennonitische Brüder und Schwestern sind.
Diese Erfahrung wirkte sich befruchtend auf das weitere Zusammenleben der Mennoniten in den Chacokolonien aus. Es
gab nun nicht mehr nur zwei Gruppen, die sich gegenüberstanden und einander mit Hochmut und Misstrauen begegneten, wie
es lange zwischen den Russen" und den Kanadiern" der Fall gewesen war, sondern drei Gruppen, die zwar alle
verschieden waren, dennoch aber zusammenarbeiten mussten und es schließlich auch konnten.
Auf diese Weise wurde in der Kolonie Menno der Reformkurs, der von innen kam, von außen ideell und praktisch
unterstützt und dadurch beschleunigt.
Die Fernheimer und Neuländer erkannten, dass sich die Einfachheit und Treuherzigkeit der Mennos auf christliche
Werte gründete und nicht auf Naivität oder Beschränkheit zurückzuführen sei.
Die Mennos sahen ein, dass das sture Festhalten an überlieferten Normen und Traditionen auf die Dauer Rückständigkeit
zur Folge haben würde. Ein differenziertes Schulwesen und ein abwechslungsreiches Gemeindeleben brachte nicht
notwendigerweise den Abfall von Gott und die Abkehr vom überlieferten Glauben der Väter mit sich, sondern bedeuteten echte Lebenshilfe.
Die häufigen Kontakte zwischen den Neuländern und den Mennos trugen dazu bei, dass auch das Verhältnis zwischen
den Fernheimern und Mennos sich nach und nach normalisierte. Vorurteile wurden abgebaut, wirtschaftliche, schulische,
gemeindliche und sportliche Kontakte zwischen den Bewohnern aller drei Kolonien auf- und ausgebaut, so dass im Laufe der Zeit die
drei Kolonien zwar weiter bestehen blieben, die Beziehungen untereinander aber zunahmen und sich in zahlreichen
gemeinsamen Projekten manifestierten.
Es bleibt zu wünschen, dass sich die Beziehungen zwischen den Kolonien weiterhin verbessern, Vorurteile weiter
abgebaut werden und Unterlegenheits- und Überlegenheitsgefühle einer nüchternen und realistischen Selbsteinschätzung Platz
machen. Es wäre für alle Beteiligten gut, wenn die Gemeinsamkeiten in unseren Köpfen und Herzen mehr Raum gewinnen und die
immer noch bestehenden Unterschiede realistisch eingeschätzt würden.
Quellenmaterial
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Interviews mit Neuländer Bürgern
-
Interviews mit Bürgern aus der Kolonie Menno
-
Jakob und Sina Warkentin: Vortrag auf dem Menno-Gedenktag am 25.Juni 2001
-
Protokolle des Chortitzer Komitees 1946/47
-
Walter Regehr (Hrsg.): 25 Jahre Kolonie
Neuland, Chaco Paraguay (1947-1972), Karlsruhe 1972.
Fussnoten:
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Langjähriger Dozent und Direktor des Gemeinsamen Lehrerseminars der Mennonitenkolonien in Paraguay. Dr. phil., der
Universität Marburg.
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Prot. des Chortitzer Komitees vom 19.8.1946. Alle zitierten Protokolle befinden sich im Archiv der Kolonie Menno und zwar
im Aktenordner der Jahre 1944-59. Die Protokolle aus der damaligen Zeit sind sehr knapp gefasst, meistens werden nur die
Beschlüsse festgehalten. Ich danke Heinrich Ratzlaff, dass er mir dieses Aktenmaterial zur Verfügung gestellt hat.
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Prot. vom 6. März 1946. Mit Bahn" ist hier die Endstation der Schmalspurbahn gemeint, die vom Hafen Puerto Casado 145
km landeinwärts führte und hauptsächlich für den Holztransport genutzt wurde. Mit Federwagen sind die von Pferden gezogenen
Buggies" gemeint, die die Mennos von Kanada aus kannten.
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Prot. der Sitzung des Flüchtlingskomitees mit den Dorfsvertretern am 25.Sept.1947
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Prot. der Sitzung des Chortitzer Komitees am 30. Okt. 1947
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25 Jahre Kolonie Neuland, S. 102
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ebd., S. 34
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Justina Warkentin in: 25 Jahre Kolonie Neuland, S. 105
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Agnes Martens in ebd., S. 111
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Interview mit Heinrich Franz am 8.5.2002
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Heinrich Ratzlaff: Das Schulwesen der Kolonie Menno. Maschr. Manuskript 1992, S. 25
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Interview mit Heinrich Ratzlaff am 24.5.2002
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Interview mit Peter Dyck am 8.5.2002
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|
Interview mit Agnes Martens am 8.5.2002
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Interview mit Lily Regehr am 15.5.2002
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|
Leicht gekürzter Bericht aus meinem Vortrag vom 25.6.2001 in Loma Plata
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Interview mit Abram Ginter am 23.5.2002
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Interview mit Johann Töws am 23.5.2002
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Interview mit Anna Harder am 23.5.2002
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|
Interview mit Johann B. Giesbrecht am 23.5.2002
|