1. Wann, von wo, und aus welchen Gründen kamen Mennoniten nach Russland?
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Aus dem Weichseldelta in Westpreußen begann 1788 die Auswanderung vieler Mennoniten nach Südrussland. Bis ca. 1850 folgten noch mehrere Gruppen.
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Das Weichseldelta war bereits seit dem 16. Jhd. ein Zufluchtsort für religiös verfolgte Mennoniten aus den Niederlanden und Norddeutschland gewesen. Die damaligen Fürsten garantierten Glaubensfreiheit und forderten als Gegenleistung die Urbarmachung sumpfiger Gebiete, die bis dahin keinen landwirtschaftlichen Nutzen hatten. So etablierten sich am Unterlauf der Weichsel eine Reihe mennonitischer Dörfer, deren Bevölkerung durch die großen Familien rasch zunahm.
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Im 18. Jhd. wurde Preußen stark militarisiert, wodurch die Mennoniten, als Pazifisten, von den Machthabern diskriminiert wurden. Ihr Recht auf Landbesitz wurde begrenzt, hohe Kriegssteuern wurden abkassiert. Die Einladung der Kaiserin Katharina nach Russland, wurde also mit Freude aufgenommen und 1788 setzte sich die erste Auswanderergruppe in Bewegung, die dann im folgenden Jahr die Kolonie Chortitza in der Ukraine gründete. 1804 kam die zweite große Gruppe und gründete die Kolonie Molotschna am Unterlauf des Dnjepr. Genügend Land, Religions- und Wehrdienstfreiheit, war die große Attraktion um nach Russland zu gehen.
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Siehe dazu die
Weltkarte mit den Wanderwegen.
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