1. Wieso kamen sie nach Paraguay?
-
Beim Verlassen der Sowjetunion, hofften alle Flüchtlinge, nach Kanada zu kommen. In Deutschland stellte sich heraus, dass nur ein Bruchteil die gesundheitlichen Bedingungen erfüllten. Also blieben Brasilien und Paraguay als zwei Möglichkeiten.
-
Paraguay war seit dem katastrophalen Ende des Dreibundkrieges, 1870, ein Land wo jegliche Einwanderergruppen offene Türen fanden. Es war eine Frage der wirtschaftlichen und demographischen Reaktivierung des Landes. Vor allem die westliche Hälfte des Landes, der Chaco, sollte möglichst urbar gemacht werden.
-
Schon 1920 hatten Mennoniten aus Kanada eine Expedition hergeschickt, die vom Fluss aus etwa 200 km landeinwärts kam und feststellte dass der Zentrale Chaco geeigneten Boden für die Land-wirtschaft hätte. Auf den enthusiastischen Bericht vom Expeditionsleiter, Fred Engen, machten sich etwa 1.800 Personen auf den Weg, um 1927 die Kolonie Menno zu gründen. Das MCC in den USA wußte Bescheid um dieses Siedlungsexperiment. Da die in Deutschland einquartierten Flüchtlinge möglichst schnell weiterbefördert werden mußten, bot sich der Chaco als eine Möglichkeit. Paraguay gewährte das Privileg der Wehrfreiheit und setzte keine Begrenzungen über Alter, Gesundheit oder Behinderung.
|
Das Kreuz der Pioniere |