Lexikon der Mennoniten in Paraguay - Asociación Evangélica Mennonita del Paraguay
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Asociación Evangélica Mennonita del Paraguay

Die Asociación Evangélica Mennonita (AEMP), auf Deutsch Gemeindekomitee, ist ein gemeinsames Organ deutschsprachiger mennonitischer Gemeinden in >Paraguay. Es wurde gegründet, um Wohltätigkeitsprojekte gemeinsam zu fördern. Dazu gehören: biblisch orientierte Sozialhilfe für bedürftige Menschen in der nationalen Gesellschaft, die Förderung des geistlichen Lebens und der >Friedenslehre in den Gemeinden. Außerdem vertritt das Gemeindekomitee, wenn sich die Notwendigkeit ergibt, die Interessen der Gemeinden vor der Regierung. In diesem Sinne ist das Gemeindekomitee das, was in Russland die >Kommission für Kirchenangelegenheiten (KfK) war. Zum Gemeindekomitee gehören alle mennonitischen Gemeindeleiter, die aus ihren Reihen eine Exekutive wählen. Diese besteht aus neun Mitgliedern: je zwei aus den Gemeinden der >Kolonie >Menno, aus der Vereinigung der >Mennonitengemeinden und den Mennoniten Brüdergemeinden und je ein Vertreter von der >Evangelisch Mennonitischen Bruderschaft (>EMB) Fernheim, der >Evangelical Mennonite Church (EMC) Tres Palmas und der >Evangelischen Mennonitengemeinde Sommerfeld. Die Exekutive hat einen Leiter, der halbzeitig angestellt ist, einen Gehilfen und einen Schreiber/Kassierer. Die >traditionellen Mennoniten Paraguays, besonders die, die aus Mexiko kommen, haben sich bisher noch nicht dem Gemeindekomitee angeschlossen. Die Tür dazu steht ihnen aber jederzeit offen.
Gründungsdatum des Gemeindekomitees ist der 23. und 24. Januar 1968, als sich in der Kolonie >Friesland 39 Abgeordnete der mennonitischen Kolonien und ihrer Gemeinden trafen. Darunter waren Gemeindeleiter, >Oberschulzen, Vertreter des >MCC und einige andere Gemeindemitarbeiter. Dieser Zusammenschluss kam zunächst auf Wunsch und Drängen des MCC zustande, dass die Dienstfelder (>Christlicher Dienst, >Km 81 und >Mennonitenheim), die es im Laufe der Zeit in Paraguay gegründet und stark gefördert hatte, an die Mennoniten Paraguays übertragen wollte. Der Gründung des Gemeindekomitees ging ein langer Prozess von Verhandlungen (ab 1964) zwischen den Mennoniten in Paraguay und dem MCC voraus, in dem die Mennoniten Paraguays zu der Überzeugung kamen, dass sie in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen müssten (Wiens 1993, 13). Mit dieser Einsicht kam es am 27. September 1966 zunächst zur Gründung der Kommission für Kirchenangelegenheiten für Paraguay (KfKfP), ein Name, der in Anlehnung an die >Kommission für Kirchenangelegenheiten in Russland gewählt wurde. Nach diesem ersten Schritt gingen die Brüder daran, die verschiedenen Dienstfelder und Arbeitsbereiche zwischen den Gemeinden (KfKfP) und den Kolonien (>Oberschulzenrat) zu verteilen. So heißt es im Protokoll: - Das Gemeindekomitee ist für folgende Arbeitsgebiete verantwortlich: Christlicher Dienst, Leprastation Km 81, Friedenslehre und geistliche Betreuung im Studentenheim. Außerdem ist das Gemeindekomitee die Organisation, die Fragen des geistlichen Lebens von allgemeinem Charakter zwischen den Gemeinden regelt.
Der Oberschulzenrat trägt die Verantwortung für: Mennonitenheim und Studentenheim in Asunción, Paraguayersiedlung bei Friesland, Indianersiedlung im Chaco, soziale Hilfe, Sanatorium Hoffnungsheim, Baja-Beschaffung und andere Arbeitsgebiete wirtschaftlicher und kultureller Art, die sich aus der Arbeit ergeben werden.
An dem genannten Datum, dem 23. und 24. Januar 1968, wurde dann offiziell das Gemeindekomitee als Zusammenschluss der Gemeinden gegründet. Im Oktober 1972 wurde das Gemeindekomitee als Wohltätigkeitsorganisation unter dem Namen Asociación Evangélica Mennonita del Paraguay von der Regierung anerkannt und registriert (Wiens 1993, S.19).
Im Laufe der Jahre kamen weitere Aufgaben und Dienste hinzu, einige davon befristet, den Bedürfnissen der Zeit entsprechend: Schülerunterstützung, Unterstützung der Bibelgesellschaft in Paraguay, Übersetzung des Sonntagsschulmaterials “Kein anderer Grund”, Evangelisation, >Radio ZP-30, Mennonitische Jugendbetreuung in Asunción, >Friedenskonferenzen, >Mennonitische Weltkonferenz, Kinderzeitschrift, Mitwirkung an der nationalen Verfassung (>Coordinadora de Iglesias Cristianas para la Asamblea Nacional Constituyente) u. a. m. Auf Dauer angelegte Dienste sind: >Christlicher Dienst, >Friedenslehre, >Hospital Mennonita Km 81, >Hospital Neuropsiquiátrico, >Altenheim Capiatá, >Kindertagesstätte, >Herberge für Straßenkinder und die Freizeitlager >La Carreta und >Campamento Rancho Alegre.
Eine gewisse Verknüpfung besteht zwischen dem Gemeindekomitee und dem >Oberschulzenrat darin, dass an den Sitzungen des Gemeindekomitees immer auch der leitende Oberschulze des Oberschulzenrates teilnimmt und umgekehrt der Leiter des Gemeindekomitees an den Sitzungen des Oberschulzenrates.
Gerhard Ratzlaff
Gerhard B. Giesbrecht: Mennoblatt 44 (1973) 22, S. 4; Protokolle des Gemeindekomitees; Gerhard Ratzlaff: Ein Leib - viele Glieder. Die mennonitischen Gemeinden in Paraguay. Hg. Gemeindekomitee. Asunción: Makrografic, 2001, S. 241-245; Peter Wiens: 25 Jahre Gemeindekomitee in Paraguay. Hg. Gemeindekomitee in Paraguay 1967 - 1992. Asunción, 1993.

   
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