Lexikon der Mennoniten in Paraguay - Berufsbildung
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Berufsbildung

Das allgemeinbildende Schulwesen wurde in allen >Mennonitenkolonien bereits in der Gründungsphase aufgebaut. Dem Berufsschulwesen schenkte man in der Anfangszeit jedoch wenig Aufmerksamkeit. Bald konnte man in den Mennonitenkolonien als Lehrer oder als Krankenschwester eine Ausbildung erhalten, für die praktischen Berufe fehlten jedoch die berufsbildenden Schulen.
Nachdem Anfang der siebziger Jahre die Allgemeine Schulbehörde der Mennonitenkolonien in Paraguay gegründet worden war, begann man auch mit der Planung einer Gewerbeschule, die aber nicht zu einem erfolgreichen Abschluss kam. 1978 wurde dieses Projekt wieder aufgegriffen, dieses Mal aber auf die Einrichtung einer Landwirtschaftsschule eingeengt. Mit der personellen und materiellen Hilfe des Freistaates Bayern und der Alfons-Goppel-Stiftung wurde die Landwirtschaftsschule in >Loma Plata aufgebaut und 1981 eingeweiht. In den ersten fünf Jahren wurde die Schule von einem Direktor aus der Bundesrepublik geleitet, ab 1986 ging die volle Verantwortung auf die Trägerkolonien >Menno, >Fernheim, >Neuland und >Volendam über.
Später ging man dazu über, neben der Ausbildung für die Landwirtschaft auch andere Bildungsangebote zu machen. Auf diese Weise entstand eine >Berufsschule, die z. B. Mechaniker, Schreiner, Elektriker, Molkereitechniker, Kaufleute, Buchhalter, Sekretärinnen und Verkehrspolizisten ausbildet. Besonders beliebt wurde die Dual-Ausbildung, bei der der Berufsschüler sowohl eine theoretische Ausbildung in der Schule als auch eine praktische Ausbildung in einem Betrieb erhält. Diese Schule, die immer weiter ausgebaut wird und mit einer hervorragenden technischen Ausstattung arbeitet, ist staatlich anerkannt und trägt die offizielle Bezeichnung >Centro de Formación Profesional de las Colonias Mennonitas del Chaco Paraguayo.
Ursprünglich war geplant, in Verbindung mit der >Landwirtschaftsschule auch eine Hauswirtschaftsschule in >Loma Plata einzurichten. Aus verschiedenen Gründen verzögerte sich die Ausführung dieses Planes. Daher konnte erst 1993 der Grundstein für diese >Bildungseinrichtung in Neu-Halbstadt gelegt und 1995 mit dem Unterricht begonnen werden. Gebaut wurde die Schule von den Trägerkolonien, die Ausstattung wurde jedoch von der bayerischen Regierung und der Alfons-Goppel-Stiftung übernommen. Da die Schule nicht nur Mädchen ausbilden, sondern auch erfahrene Hausfrauen in Kursen weiterbilden soll, erhielt diese Bildungseinrichtung den Namen >Bildungszentrum für Ernährung und Hauswirtschaft.
Jakob Warkentin

   
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