Lexikon der Mennoniten in Paraguay - Enns, Albert
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Enns, Albert

Albert Enns wurde am 16. Dezember 1926 in Fischau, Molotschna, Ukraine, als erstes Kind von Maria und David Enns geboren. Früh verlor er seinen Vater, der von der gefürchteten sowjetischen Geheimpolizei verhaftet und in die Verbannung geschickt wurde. Im September 1943 verließ die Familie das Dorf, um unter dem Schutz der sich zurückziehenden deutschen Armee nach Westen zu kommen und so den Sowjets zu entgehen. Die Familie kam im Dezember 1943 nach Kamenets Podolsky (Polen). Im Februar 1944 ging die Reise weiter bis Swiente in der Nähe von Weichselstadt. Im Juli 1944 wurde Albert in die deutsche Wehrmacht eingezogen, wo er bis zum Zusammenbruch am 8. Mai 1945 als Soldat diente und dann in US-amerikanische Gefangenschaft geriet. Während der Gefangenschaft bekehrte sich Albert und nach seiner Entlassung wurde er in der Elbe auf seinen Glauben getauft. Im November 1948 verließ er Deutschland mit seinem Bruder Gerhard und kam nach >Paraguay, von wo er 1949 nach Bragado, Argentinien, zum Theologiestudium ging. Nachdem das Bibelinstitut in Bragado seine Türen schloss, ging Albert 1952 zum Instituto Bíblico Buenos Aires. Nach Abschluss des Studiums im November 1952 arbeitete er für zwei Jahre in drei verschiedenen Gemeinden in Argentinien, wo er auch den Ruf der >Missionsbehörde der Mennoniten Brüdergemeinden von Nordamerika bekam, als Missionar in Paraguay zu arbeiten. Im Jahr 1955 begann er die Missionsarbeit in Asunción. Am 11. April 1956 heiratete er Anna Eckert aus Ontario, Kanada. Im Jahre 1956 fand das erste Tauffest statt, bei dem zwei Männer getauft wurden. 1957 begannen öffentliche Versammlungen, aus denen später die erste spanischsprachige Mennoniten Brüdergemeinde im Stadtteil Clínicas entstand (Iglesia Príncipe de Paz).
Im Jahre 1961 kamen Hans Pankratz und Rudolf und Hilde Plett in das Missionsteam. Als im Jahre 1964 das >Instituto Bíblico Asunción eröffnet wurde, war er einer der ersten Lehrer. Im Jahre 1973 startete Enns ein breit angelegtes Evangelisationsprojekt, das sich >Evangelismo Extensivo (EVEX) nannte, durch welches in zehn Jahren 1.670 öffentliche Versammlungen veranstaltet wurden und 19 neue Gemeinden entstanden. Im Jahre 1974 stiegen Alfred und Ingrid Klassen in die Arbeit ein. Im Jahre 1985 verbrachten Albert und Anna ein Semester im Mennonite Brethren Biblical Seminary, dem theologischen Seminar der Mennoniten Brüdergemeinden Nordamerikas in Fresno, Kalifornien. Nachdem sie 1986 ein halbes Jahr lang in Kolumbien gearbeitet hatten, wurden sie von der Missionsbehörde gebeten, ab 1988 nach Medellin in die Evangelisationsarbeit zu gehen. Im Juni 1989 zogen sie nach Cali, wo sie sich besonders für die Schulung der nationalen Leiter eingesetzt haben. Im Jahre 1991 kehrten sie zurück nach Paraguay und gingen 1993 in Rente. Die Concordia Mennoniten Brüdergemeinde aus Asunción bat Enns, in die noch junge Missionsarbeit im Männergefängnis Tacumbú einzusteigen, die später den Namen Iglesia Libertad (Freiheit) bekam. Heute ist Albert Enns - durch sein Radioprogramm und eine Zeitungskolumne mit dem gleichen Namen – in der spanischsprachigen Bevölkerung als el abuelo (der Opa) bekannt. Anna und Albert Enns haben vier erwachsene Kinder.
Hartwig Eitzen
Dorothy Siebert: Whatever it takes. Winnipeg: The Enns Family Foundation, 2001.

   
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