Lexikon der Mennoniten in Paraguay - Fortín
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Fortín

Fortín (Pl. Fortines) ist ein militärischer Stützpunkt. Fortines wurden im Chaco von Bolivianern und Paraguayern errichtet, bevor es zum >Chacokrieg kam. Eine Anzahl von Fortines befanden sich in unmittelbarer Nähe der mennonitischen Siedlungen, was zeitweise eine ernsthafte Bedrohung für diese darstellte: >Isla Poí, >Boquerón, Toledo u. a. m. Die meisten Schlachten während des Krieges fanden um diese Fortines statt. Die Fortines wurden in der Regel bei einer natürlichen Wasserstelle (Lagune) angelegt. Sie bestanden aus wenigen einfachen Lehmziegelhäusern. Ihre Anlage war durch einen Ring von Schützengräben und vereinzelten Barrikaden aus Quebracho-Stämmen gesichert. Die Besatzung solcher Fortines war unterschiedlich groß. Sie konnte einen Trupp von wenigen Soldaten umfassen. Dagegen beherbergte etwa das Fortín Isla Poí zeitweise viele 1000 Soldaten. Nach dem Krieg war der Kriegsschrott auf den Schlachtfeldern für die Mennoniten eine günstige Möglichkeit, sich mit Metall zu versorgen, um daraus landwirtschaftliche Geräte herzustellen.
Gerhard Ratzlaff

   
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