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Hochkamp

Die Hochkämpe, im Allgemeinen mit Bittergras bewachsen, sind alte, versandete Flussläufe, die den paraguayischen Chaco-Trockenwald in der zentralen Zone von West nach Ost durchziehen. Diese Kämpe entstanden vor ca. 3.000 Jahren durch Ablagerungen, die vom Río Pilcomayo aus den Anden angeschwemmt wurden. Auf den ersten Blick weisen diese Kämpe nur einen geringen Pflanzenartenreichtum auf. Dennoch werden diesem einzigartigen Ökosystem 198 verschiedene Pflanzenarten zugeschrieben. Vorrangig und kennzeichnend ist in der unteren Schicht das >Bittergras (Elyonurus spp.), welches keinen Wert als Weide für Rinder hat. Der weitläufige Baumbestand besteht aus rotem Quebracho (Schinopsis heterofila), Urundey (Astronium fraxinifolium), Paratodo (Tabebuia caraiba) und Jacarandá (mimosifolia).
Die Mennoniten, die im >Chaco siedelten, kannten das Siedeln in offenen Landschaften wie in den russischen Steppen oder in der nordamerikanischen Prärie. Im Chaco wurde deshalb als erstes Nutzungsland der >Bittergraskamp urbar gemacht. Dazu wurde er mit Handwerkzeugen gerodet. Der sandige Boden war leicht zu bearbeiten und für den Sommer-Herbst-Ackerbau sehr gut geeignet. Auf den Bittergraskämpen wurden die Siedlungsdörfer zweireihig angelegt. Oftmals fand sich in diesen Ökosystemen auch brauchbares Brunnenwasser, denn in diesen sandhaltigen Böden versickern großen Mengen Regenwasser. Heute bilden die Bittergraskämpe wohl die am stärksten veränderten Ökosysteme und gelten als stark gefährdet, da es im zentralen Chaco anscheinend keinen Kamp mehr gibt, der groß genug wäre, um als Muster dieses Landschaftstyps in seiner ursprünglichen Form weiterzubestehen. (>Kamp).
Rosali Goerzen

   
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