Lexikon der Mennoniten in Paraguay - Isaak, Jakob
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Isaak, Jakob

>Ältester Jakob Isaak (1900 - 1981) ist einer jener Führungskräfte der Fernheimer Einwanderer, deren Wirken weite Kreise schlug. Geboren wurde er am 8. Oktober 1900 in Lindenau, Molotschna, Südrussland. Die >Zentralschule konnte er wegen der Unruhen nicht beenden. Am 17. Mai 1920 wurde er auf das Bekenntnis seines Glaubens an Jesus Christus getauft.
Am 5. September 1924 heiratete Jakob Isaak Elisabeth Hildebrandt. Einige Jahre lebten sie noch in Russland. Sie waren unter den Glücklichen, die 1929 über Moskau nach Deutschland auswandern durften, um später die Kolonie >Fernheim im >Chaco zu gründen.
Familie Isaak siedelte 1930 im Dorf Auhagen Nr. 9 an, 1937 siedelten sie nach Blumenort Nr. 14 über. Ihnen wurden 12 Kinder, 8 Söhne und 4 Töchter, geboren. Eine Tochter starb im Kindesalter, Sohn Kornelius mit 30 Jahren, als er als Missionar mit den Ayoreos Kontakt aufnehmen wollte.
Vor der Ausreise aus Russland hatte Jakob Isaak Gott versprochen, Ihm zu dienen, wenn er ihn in ein Land bringen würde, in dem er frei seines Glaubens leben könnte. Dieses Versprechen hat er gehalten.
Im Chaco wurde Isaak Glied der >Mennonitengemeinde. Schon 1931 wählte die Gemeinde ihn zum >Prediger. Am 28. Oktober 1934 wurden Isaaks ordiniert. Prediger Jakob Isaak setzte sich tatkräftig im Gemeindedienst ein.
1944 wurde er Gemeindeleiter der Mennonitengemeinde >Fernheim. Aber erst 1948 ließ er sich zum Ältesten ordinieren. In ihm hatte die Gemeinde einen wahren Seelenhirten. Bekannt ist seine ruhige, gezielte Art in der Seelsorge. Sein größtes Anliegen war die Hebung des geistlichen Lebens der Gemeinde und die Missionierung der Indianer. Unter seiner Leitung stabilisierte sich die Gemeinde. Die Jugendarbeit wurde organisiert, der Gemeindechor gegründet, der Frauenverein ins Leben gerufen, und auch die Gemeindesonntagsschule begann.
In den Akten des Gemeinderats spürt man den Geist des gemeinsamen Suchens mit den Brüdern. So war Ältester Isaak führend, aber immer in Zusammenarbeit mit den anderen.
1950 konnte das erste Kirchengebäude der Gemeinde eingeweiht werden. Er konnte auch noch die Einweihung der gegenwärtigen Kirche 1980 miterleben. Aus Altersgründen gab Isaak die Gemeindeleitung 1970 ab, verrichtete aber noch viele segensreiche Dienste.
Er hat sich stark für die Einigkeit unter den Gemeinden in der Kolonie Fernheim eingesetzt. Die Arbeit der KfK lag ihm am Herzen. 16 Jahre leitete er die >KfK.
Auch bei der Gründung der Missionsarbeit >“Licht den Indianern” war er dabei. Er leitete auch dieses Komitee.
In den Anfangsjahren der Kolonie Neuland leistete Ältester Isaak der Mennonitengemeinde dort hilfreiche Dienste. Auch die Gemeinden Mennos schätzten die Zusammenarbeit mit ihm. Sogar in Uruguay hat er gedient.
Zu seiner Zeit entstand die Südamerikanische Konferenz und auch die >Vereinigung der Mennonitengemeinden Paraguays.
Schon 1948 vertrat er die >Mennoniten Paraguays auf der >Mennonitischen Weltkonferenz. Auch bei der Tagung der Weltkonferenz 1967 in Amsterdam war er dabei.
Treffend heißt es in seinem Lebenslauf: Tage und Nächte hat er um die Reinheit der Gemeinde, um die wahre Verkündigung des Evangeliums, um die Missionsarbeit und um die Aufrichtigkeit und Wahrheit in der Verwaltung und dem Leben der Kolonie gerungen und gebetet.
1962 verließen Isaaks ihren Hof in Blumenort, um ihren Lebensabend in >Filadelfia zu verleben. Ältester Jakob Isaak starb am 12. Oktober 1981 im Alter von 81 Jahren. Isaaks lebten 57 Jahre im Ehestand.
Ältester Isaak war nicht autoritär, aber er war eine Autorität in der Familie, im Dorf, in der Gemeinde, in der Kolonie und weit darüber hinaus.
Hans Boschmann

   
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