Lexikon der Mennoniten in Paraguay - Litwiller, Nelson
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Litwiller, Nelson

Nelson Litwiller (1898 - 1986) war einer der bedeutendsten Leiter und Förderer der mennonitischen Missionsarbeit in Lateinamerika. Als erstes Kind einer armen Familie Amischer Mennoniten wurde er am 16. Februar 1898 in St. Agatha, Ontario, Kanada, geboren. In einer Zeit, als die Glaubensgemeinschaft der Amischen Mennoniten in St. Agatha sich gegen jede höhere Schulbildung aussprach, setzte Nelson Litwiller durch, dass er eine höhere Schule besuchen durfte. Seine Eltern hatten in diesem Falle genug Weitsicht. Mit 18 Jahren entschied er sich, Missionar zu werden. Nach seiner Heirat mit Ada Ramseyer (geb. 1900) aus New Hamburg, Ontario, Kanada, im Jahr 1919 begann das Ehepaar Litwiller ein Studium in der Bethany Bible Training School in Chicago. Nach einem weiteren Studienjahr im Goshen College, wo er den Titel des BA und BD erwarb, wurde er 1925 in der College Mennonite Church in Goshen, Indiana, von Bischof David A. Yoder ordiniert. Daraufhin wurde das Ehepaar Nelson und Ada Litwiller als Missionare nach Argentinien entsandt, wo sie im Auftrage des Missionskomitees der Altmennoniten in Elkhart über 41 Jahre als Missionare gedient haben.
Während dieser Zeit war Nelson Litwiller Leiter, Bischof (seit 1947) und Missionssekretär für Argentinien und später auch Feldsekretär für Brasilien und Uruguay. Nelson Litwiller war ein passionierter Prediger und Promotor des Missionsgedankens in den Gemeinden. Seine starke Neigung und Berufung zum Unterrichten führte dazu, dass er von 1937 bis 1947 Leiter und Lehrer des mennonitischen Bibelinstituts von Bragado in Argentinien wurde.
Seine Tätigkeit als Feldsekretär der Missionsarbeit in Argentinien, Brasilien und Uruguay führte ihn in diese Länder wie auch nach Paraguay. Durch seine vielen Kontakte entwickelte er die Vision einer gemeinsamen theologischen Ausbildungsstätte. So entstand 1956 nach zähem Ringen, Beten und Planen ein gemeinsames Werk: Das Bibelseminar in Montevideo.
Verschiedene Sprachen, verschiedene Gebräuche, verschiedene Kulturen, verschiedene Nationalitäten, verschiedene Charaktere und unterschiedlicher Geschmack und noch manches dazu trafen sich in Montevideo in einer neuen Schule: dem Mennonitischen Bibelseminar (>Seminario Evangélico Menonita de Teología), deren dynamischer Leiter von 1956 bis 1967 Nelson Litwiller war.
Im Jahre 1968 zog das Ehepaar Litwiller wieder nach Goshen, Indiana, USA, von wo aus er sich unermüdlich in Gemeinden und Konferenzen für Mission und geistliche Erneuerung einsetzte. Am 18. November 1986 erlag er einem Krebsleiden in Goshen. In seinem Heimatort St. Agatha, in Ontario, Kanada, fand er seine letzte Ruhestätte. Von seiner Frau Ada, die am 11. Juli 1999 starb, sagte Nelson Litwiller: Ich wäre nie das geworden, was ich wurde, ohne meine treue Gemahlin, die in allen Lagen und Situationen des Lebens zu mir gestanden hat.
Walter Thielmann

   
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