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Vorwort

Die Herausgabe des vorliegenden Lexikons über die Mennoniten in Paraguay wurde angeregt durch wiederholte Nachfragen von Seiten zahlreiche Universitäts- und Seminarstudenten deutscher und spanischer Sprache, Reportern (nationale und internationale) sowie Mitarbeitern diplomatischer Vertretungen in Asunción. Bereits 1996 erwogen Geschichtsinteressenten die Möglichkeit, ein Buch herauszugeben, das in komprimierter Form Auskunft über Geschichte, Lehre und Tätigkeiten der Mennoniten in Paraguay in Form von Stichwörtern geben könnte, etwa folgende: Gesetz 514, Corporación Paraguaya, Chortitzer Komitee, KfK, Licht den Indianern, ASCIM, CSEM. Wofür steht Erster Februar oder Elfter März? Wer war: Ältester Martin C. Friesen? Ältester Jakob Isaak? Missionar Gerhard B. Giesbrecht? Der Vorstand des Vereins für Geschichte und Kultur der Mennoniten in Paraguay griff diesen Gedanken auf und beauftragte eine Arbeitsgruppe mit dieser Aufgabe, wobei darauf geachtet wurde, dass darin möglichst Repräsentanten aus verschiedenen Mennonitensiedlungen und -gemeinden vertreten sein sollten.

Auf diese Weise konstituierte sich eine Arbeitsgruppe, die aus folgenden Personen des Vereins für Geschichte und Kultur der Mennoniten in Paraguay zusammengesetzt war: Gerhard Ratzlaff (Asunción) Leiter; Gundolf Niebuhr (Fernheim) Sekretär; Uwe Friesen (Menno); Hans Theodor Regier (Friesland); Jakob Warkentin (Neuland). Später kamen noch Beate Penner (Friesland) und Lily August (Fernheim) hinzu. Als Zielgruppe galt zunächst die deutschsprachige Mennonitengemeinschaft in Paraguay.

Bei der Sammlung der Stichwörter ging man folgenderweise vor: Mitglieder der Arbeitsgruppe suchten zunächst in der bestehenden mennonitischen Literatur nach Stichwörtern. In einem Rundschreiben in den mennonitischen Informationsblättern und in persönlichen Kontakten wurden die Gemeinden und Kolonien informiert und gebeten, aus ihrem Wirkungsbereich Stichwörter einzuschicken. Auf diese Weise kam die überraschend hohe Zahl von 898 Stichwörtern zusammen. In zwei Arbeitstagungen von jeweils zwei Tagen wurden sie gesichtet. Letzten Endes wurden zu 618 Stichwörtern Artikel geschrieben. Viele andere Stichwörter erscheinen mit Querverweisen.

Die einzelnen Artikel dieses Lexikons wurden von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe geschrieben bzw. an weitere Mitarbeiter zur Bearbeitung delegiert. Auf der einen Seite entlastete das die Arbeitsgruppe, auf der anderen Seite bedurfte es eines besonderen Einsatzes bei der Anwerbung von Mitarbeitern und brachte eine Menge Redaktionsarbeit und mehrere Arbeitstagungen mit sich. Diese Mitarbeit wurde sowohl von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe als auch von den einzelnen Schreibern unentgeltlich verrichtet. Dafür gebührt ihnen allen unser besonderer Dank. Eine wichtige Arbeit war die Schlusskorrektur, die kompetent und gewissenhaft von Lily August und Michael Rudolph ausgeführt wurde. Ihnen sei dafür ganz herzlich gedankt. Bezahlt werden mussten einige technische Dienstleistungen, Arbeitstagungen und die Drucklegung.

Ursprünglich war geplant, das Lexikon sowohl in deutscher als auch in spanischer Sprache parallel  herauszugeben.  Nach Beginn der Arbeit wurde der Arbeitsgruppe aber sehr bald bewusst, dass diese Aufgabe nicht bis zur Mennonitischen Weltkonferenz im Jahr 2009 bewältigt werden könnte. Denn eine mehrsprachige Ausgabe dürfte nicht nur eine schlichte Übersetzung der in Deutsch vorhandenen Artikel sein, sondern müsste auch inhaltlich andere Akzente setzen und damit zahlreiche andere Stichwörter aufnehmen, während andere Wörter, die für die deutsche Ausgabe wichtig sind, weggelassen werden könnten. Die Herausgabe eines solchen Lexikons bleibt aber nach wie vor eine dringliche Aufgabe.

Dem Gemeindekomitee sowie dem Oberschulzenrat danken wir für ideelle bzw. finanzielle Unterstützung dieser Arbeit, denn Reisekosten und Tagungskosten mussten bezahlt werden. Eine größere Geldsumme musste für die Drucklegung bereit gestellt werden, die aber durch den Verkauf der Einzelexemplare im Laufe der Zeit  teilweise wieder eingenommen werden kann.

Die Herausgabe dieses Lexikons ist durch die engagierte Mitarbeit vieler Personen möglich geworden. Sie haben ihr Bestes gegeben wohl wissend, dass  ihre Arbeit “Stückwerk” geblieben ist. Da die Arbeit weitgehend ohne professionellen Rat und Beistand geschrieben worden ist, ist sie nicht mit den Maßstäben des Mennonitischen Lexikons oder der Mennonite Encyclopedia zu messen. Unser Anspruch ist bescheidener. Wir wollen ein Lexikon für den Durchschnittsleser, nicht aber in erster Linie für den Wissenschaftler herausgeben. Nichtsdestotrotz sind wir um wissenschaftliche Zuverlässigkeit und Genauigkeit bemüht gewesen.

Die “chronologischen Daten” am Ende des Buches sind als geschichtliche Orientierung für den Leser gedacht. Sie stellen Schlüsselereignisse in der Entwicklung der Mennoniten Paraguays dar, auf die in den Artikeln vielfach Bezug genommen wird. Die Karten dienen zur geografischen Orientierung.

Zahlreiche Querverweise > weisen auf Stichwörter hin, die im Lexikon als Artikel erscheinen und in der Regel weitere Informationen und Erklärungen zu bestimmten Themen geben. Wo ein Begriff verschiedene Namen hat, erfolgt die Beschreibung in der Regel unter dem offiziellen Namen. Querverweise schaffen hier die Verbindung, z. B.: Beratungsdienst >Servicio Agropecuario oder Gemeindekomitee >Asociación Evangélica Mennonita del Paraguay.

Die Literaturangaben am Schluss der Artikel sowie die ausgewählte Bibliographie am Ende des Buches verweisen Forscher und interessierte Leser auf weitere Informationsquellen.

Wir hoffen, dass wir mit diesem Lexikon dem interessierten Leser eine erste Orientierung über die Mennoniten in Paraguay bieten und eventuell sein Interesse für die Lektüre von Spezialliteratur wecken können.


Gerhard Ratzlaff                             Jakob Warkentin
Leiter der Arbeitsgruppe                Vorsitzender des Vereins für Geschichte
                                                       und Kultur der Mennoniten in Paraguay

   
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